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TEMENOS

TEMENOS
Interpret: OPUS POSTH.-GRINDENKO, TATIANA
Titel: TEMENOS
Artikelnr: 04601
Format: Nur Download
Genre: Zeitgenössische Musik
Label: CCn'C RECORDS
VÖ-Jahr: 2006

TRACKLISTE
1) 
STABAT MATER (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:12
2) 
O QUAM TRITIS (MARTYNOV,VLADIMIR) 2:37
3) 
QUIS EST HOMO (MARTYNOV,VLADIMIR) 2:54
4) 
PRO PECCATIS (MARTYNOV,VLADIMIR) 2:41
5) 
EIA,MATER (MARTYNOV,VLADIMIR) 9:16
6) 
VIRGO VIRGINUM (MARTYNOV,VLADIMIR) 5:41
7) 
INTROITUS (MARTYNOV,VLADIMIR) 2:31
8) 
KYRIE (MARTYNOV,VLADIMIR) 8:44
9) 
SEQUENTIA (MARTYNOV,VLADIMIR) 7:16
10) 
OFFERTORIUM (MARTYNOV,VLADIMIR) 5:21
11) 
SANCTUS (MARTYNOV,VLADIMIR) 7:55
12) 
AGNUS DIE (MARTYNOV,VLADIMIR) 2:37
13) 
LEX AETERNA (MARTYNOV,VLADIMIR) 8:32
Total time 67:25

Ensemble OPUS POSTH.-Tatiana Grindenko
Kammerchöre SIRIN ALKONOST

"Temenos"

An Ihrem Toten-Gedenken Sollt Ihr Sie Erkennen.

Die Allgegenwart des Todes und des großen Rätsels um eines der existenziellsten Geheimnisse schlechthin ist das Thema dieser CD mit zwei Werken des russischen Komponisten VLADIMIR MARTYNOV. In seinem "Stabat Mater" verweist er auf die frühe organale Praxis der ersten Jahrtausendwende, auf die Gewinnung der Dur- und Moll Tonleitern aus den Kirchentonarten; Spiegelung von Stimmen mit Abwärts- gegen Aufwärtsbewegungen; dann die von Blacher und Messiaen zu Kompositionsprinzipien gewonnenen Techniken des "Wachsens und Schrumpfens" von musikalischen Elementen, Figuren, Linien, Rhythmen; die ungewöhnliche Strukturierung einer Oktave durch außereuropäische Folgen in den Halb- und Ganztonintervallen. Und immer wieder die Repetition, das ehedem minimalistische Reihungsprinzip, das Vladimir Martynov nicht übernimmt, aber durchklingen lässt.

Martynov, ein mit Arvo Pärt befreundeter Komponist "der neuen Einfachheit", kommt in seinem "Requiem" sowohl auf den ursprünglichen Anspruch der Theologie als auch auf den unverbildeten Frömmigkeits-Charakter der Totenmesse zurück: Nicht Trauer über den Verlust, sondern transzendierende Bitte um die "ewige Ruhe" und ein "immerwährendes Licht". Deshalb stimmt Martynovs Requiem nicht traurig, sondern öffnet sich der Freude über die Begegnung mit dem Licht.

Tatiana Grindenko hat mit ihrem Ensemble OPUS POSTH. inzwischen mehrfach gezeigt, wie historische Klangformen und zeitgenössische Empfindungen zusammenpassen können; dass emotionale Kraft manchmal fast eine aggressive Farbe bekommt; warum wir Schmerz und Zuversicht, Klage und Lebensbejahung, Mitleid und Selbstsicherheit zu einem humanen Gesamtkomplex zu amalgamieren in der Lage sind. In dieser Aufnahme kommt für manchen Hörer etwas hinzu: die Wahrnehmung eines Klang- und Laut-Globalismus. So gehört eine ungewohntes russisches Timbre in den Sopranen ebenso zu den positiven neuen Entdeckungen wie die markante Schwärze eines tiefen Basses, die Artikulation der Solo-Violine ebenso wie das vehemente Einfallen einer Cello-Linie.

Beide Werke erfahren insbesondere durch die Interpretations- und Gesangstechniken des russischen Kammerchores SIRIN sowie einer weiteren Gesangsformation mit dem Namen ALKONOST eine völlig neue Bedeutung innerhalb der Aufführungsebene sakraler Musik.

Vladimir Martynovs "Témenos" (zu deutsch: Tempel, Kapelle, geweihtes Land oder geweihter Vorplatz der Kirche) wird in uns nicht die Angst vor dem Sterben beseitigen. Möglich, dass es uns etwas von der Ruhe und dem Licht vermittelt, von der es singt. Vielleicht aber, und das wäre wohl die beste Folge dieser gewiss aus dem liturgischen Rahmen heraustretenden Musik, wird dem einen oder anderen beim Hören bewusst, wie unsinnig jede gegen das menschliche Lebens-Prinzip gerichtete Aktion ist, die nicht erst beim Terrorismus anfängt, sondern längst zur Alltäglichkeit wird. Aber auch diese Realität zählt zu den mythischen Fragen. An unserer praktischen Antwort müsste man uns eigentlich erkennen können.
Prof. Dr. Heinz Josef Herbort

CREDITS

1-6. STABAT MATER 24.24
1. Stabat mater 1.12
2. O quam tristis 2:37
3. Quis est homo 2:55
4. Pro peccatis 2:41
5. Eia, mater 9:17
6. Virgo virginum 5:42

7-13. REQUIEM 43:01
7. Introitus 2:32
8. Kyrie 8:45
9. Sequentia 7:17
10. Offertorium 5:22
11. Sanctus 7:56
12. Agnus Dei 2:37
13. Lux aeterna 8:32

Total time: 67:43

Published by Ulli A. Ruetzel Publishing

Musiker
Tatiana Grindenko – solo violin, director, conductor
Natalia Kosareva - violin
Ludmila Egorova - violin
Elena Poluyanchenko - violin
Tatiana Klimenko - violin
Vladimir Metelev - viola
Natalia Panasiouk - viola
Nikita Kochergin - cello
Vasily Ratkin - cello
Igor Solokhin double - bass

SIRIN & ALKONOST Choirs
Andrey Kotov – conductor, director
soloists:
Andrey Kotov (11)
Anna Gusarova (11)
Galina Guseva (8)
Maria Shentalinskaya (8)

Produced by Tatiana GRINDENKO and Vladimir MARTYNOV
Executive producer: Nick DMITRIEV

1-6 recorded at MOSFILM Studio (Moscow), March 2003
7-13 recorded at MOSFILM Studio (Moscow), May 2002
Recorded by MARIA SOBOLEVA
Mixed by YURY BOGDANOV
Mastered by YURY BOGDANOV at Magic Mastering Studio
Design by Nick SHTOK
Artifacts and its photos by Francisco INFANTE ARANA
Special thanks to Irina Iurna, Paquito Infante-Goriounov, Anatoly Vasiliev and The Theater School of Dramatic Art
This release has been made possible by generous financial assistance of Ford Foundation and by Longarms Records, Moscow