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NIGHT IN GALICIA

NIGHT IN GALICIA
Interpret: OPUS POSTH.-GRINDENKO, TATIANA
Titel: NIGHT IN GALICIA
Artikelnr: 00802
Format: CD
Genre: Zeitgenössische Musik, Weltmusik
Label: CCn'C RECORDS
VÖ-Jahr: 2006

Preis: EUR 12,50 inkl. gesetzl. MwSt.
For all foreign orders: Declared value is net!
TRACKLISTE
1) 
NIGHT IN GALICIA / A-A-A O-O (MARTYNOV, VLADIMIR) 14:40
2) 
NIGHT IN GALICIA / THE MEADOW' (MARTYNOV, VLADIMIR) 6:58
3) 
NIGHT IN GALICIA / YOUR LIPS A (MARTYNOV, VLADIMIR) 6:21
4) 
NIGHT IN GALICIA / WIND, IS TH (MARTYNOV, VLADIMIR) 3:49
5) 
NIGHT IN GALICIA / IN THE GORG (MARTYNOV, VLADIMIR) 4:15
6) 
NIGHT IN GALICIA / AS THE FUTU (MARTYNOV, VLADIMIR) 8:00
7) 
NIGHT IN GALICIA / EVER THESE (MARTYNOV, VLADIMIR) 2:39
8) 
NIGHT IN GALICIA / AND THERE, (MARTYNOV, VLADIMIR) 1:55
9) 
NIGHT IN GALICIA / LIKE A BLAC (MARTYNOV, VLADIMIR) 2:16
10) 
NIGHT IN GALICIA / FROM AN OLD (MARTYNOV, VLADIMIR) 8:00
11) 
NIGHT IN GALICIA / WIND, YOU H (MARTYNOV, VLADIMIR) 2:54
12) 
NIGHT IN GALICIA / LA! LA! LA! (MARTYNOV, VLADIMIR) 1:03
13) 
NIGHT IN GALICIA / SHEPHERDS, (MARTYNOV, VLADIMIR) 6:50
Total time 69:42

Ensemble Opus Posth.
Tatiana Grindenko · Ensemble D. Pokrovsky

Night In Galicia (Vladimir Martynov)
"Diese Lieder sind ein Fenster zur russischen Seele." (Dmitry Pokrovsky)

Galizien gehörte zu Polen, zur K&K-Monarchie Österreich-Ungarn, zur UdSSR. Seit der Perestroika ist es die westlichste Provinz der Ukraine, umgeben von Weissrussland, Polen, Ungarn und Rumänien. "Nacht in Galizien" basiert auf dem gleichnamigen Klang-Gedicht von VELIMIR KHLEBNIKOV, einer Schlüsselfigur der russischen Avantgarde in den 20er Jahren.

Wie Malevich und Strawinsky interessierte er sich sehr für alte slawische Volksmusik, deren musikalische Floskeln in Kalenderliedern überliefert und zur Anrufung der Naturkräfte eingesetzt wurden.

Besonders faszinierten KHLEBNIKOV und MARTYNOV die thaumaturgisch-magischen Lieder der Flussmädchen und Walddämonen, die in dem Werk eine wichtige Rolle spielen. I.P. Sakharov, ein Sammler alter russischer Legenden, veröffentlichte diese Lieder erstmals im 19. Jahrhundert und bemerkte dazu: "Es gibt kaum eine Möglichkeit, den Sinn dieser Worte zu begreifen. Es handelt sich um eine Art Mischung von unterschiedlichsten Klängen einer Sprache, die niemand kennt und die vielleicht auch nie existierte."

Bis heute konnten selbst Experten diese Lieder nicht deuten oder irgendwie einsetzen. Einige russische Ethnologen sehen eine Verbindung zur "Geheim-Sprache" sibirischer Schamanen.

Wie Vogelrufe hallen die skandierten "AAA-OOO-EEE-s" in die nächtliche Stille des Waldes. Nymphen antworten auf die Signale der Dämonen, Botschaften werden ausgetauscht, Wind und Waldgeister mischen sich ein. Männer- und Frauenstimmen verdichten sich a cappella zum polyphonen Gewebe. Energische Streicher-Quinten setzen Kontraste, rufen "zur archaischen Ordnung" auf.

Und plötzlich führen uns zunehmend vertrautere Harmonien aus dem Alptraum in den Morgen und beenden ein spannendes, geheimnisvolles und ergreifendes Ritual.

In akustischer Analogie zur Khlebenikovschen "Trans-Sinn-Sprache" entsteht der neue Klangraum Martynovs, definiert von den vermutlich unnachahmlichen Intertpretationsweisen des Moskauer Streicherensembles OPUS POSTH. unter der Leitung der Violinistin TATIANA GRINDENKO und des russischen Folkensembles D. POKROVSKY.

Getarnt durch schwarze Masken in schwarzen Gewändern setzt OPUS POSTH. den Kontrast zum buntfarbenen Folkensemble mit ihren rituellen Bewegungen. Zusammen schaffen beide eine befremdende wie zugleich bezwingende Atmosphäre im Konzertsaal.

Studio-Producer, Recording-, Mixing- and Master Engineer: Maria Soboleva Assistant Engineer: Andrey Semionov Recorded and mixed at Mosfilm Studios, Moscow, June/July 1999 Management of Ensemble Opus Posth: Tatiana Loukianova Produced by Tatiana Grindenko, Vladimir Martynov, Ulrich Ruetzel and Maria Soboleva

Presse zur Uraufführung in Bremen 2001

FAZ 12. Mai
....das klangliche Ergebnis war imposant - von hoher struktueller Intelligenz und äußerster Delikatesse der Ausführung. // Ulrich Olshausen

DIE ZEIT 10. Mai
...konfrontiert er (Martynov, Komponist) die archaischen Laute slawischer Volksgesänge mit kraftvollen Streicheriffs aus dem Geiste des Minimalismus. In diesem fremden Geflecht aus Avantgarde und Einfachheit besingen und bespringen sich die Stimmen mit Lockrufen und kehligen Trollschreien, ein Ausdruckstanz aus Vokalen, Ruf und Antwort, ein Heulen und Bellen von Waldgeister- und Elfenstimmen. // Konrad Heidkamp

SZ 19.Mai
...eine Komposition, die von der Suche nach einer neuen Ritualisierung geprägt ist, wie sie Martynov teilweise bereits in der Minimal Music realisiert findet. Sein Rückgriff auf traditionelle Elemente der Balkanfolklore mit ihren archaisch anmutenden Gesangstechniken verwischt gezielt die Unterscheidung zwischen kompositorischem Avantgarde-Gedanken und dem Rekurs auf die überlieferte Volks-Tradition. // Harry Lachner

weitere Presse:

1) Ein Fall für wagemutige Hörabenteurer! Wer etwas für Musikexperimente mit ungewissem Ausgang übrig hat, liegt bei "Night In Galicia" goldrichtig. Denn dieser spannende Tonträger nimmt uns ins Versuchslabor mit, und dort werden Elemente unterschiedlichster Provenienz risikofreudig miteinander vermischt. Sie machen daraus eine russische "Carmina Burana", die stiloffene Zuhörer bis zum letzten Ton fesseln wird. -- Harald Kepler für "amazon.de" - März 2000

2) Das Werk konfrontiert mit einer vielleicht nur noch in Russland denkbaren Vorstellungswelt: Vogelrufe, Signale von Dämonen, Nymphen, Wind- und Waldgeistern werden zu einem alptraumhaft-ekstatischen und archaisch anmutenden Ritual verwoben, aus dem erst der mit vertrauteren Harmonien herannahende und alles wieder auslöschende Morgen erlöst. Die Interpreten lassen uns unter Tatjanas energiegeladener Führung in Martynows urtümlich-moderne, Kulturen und Zeiten auflösende Klangräume eintauchen - wenn wir alle Widerstände abschaltend treiben lassen .... Wolfgang Wendel, Rondo - April 2000

3) Müßte ich einen Preis für die ungewöhnlichste Musik-Produktion vergeben, würde das Label CCn'C zu meinen absoluten Favoriten gehören. So ist "Night In Galicia" in seiner Gesamtheit die ewige Fehde zwischen Mensch und Natur, die in Legenden über Walddämonen, Flussmädchen, Naturgeistern und Schamanen ihren Ursprung hat. In Musik, April 2000

4) Die wirbelnde Traumreise eines Schamanen hat begonnen - zu Geistern, Weltbäumen und Abgründen aller Seelen. Ein Rausch, der sich gewaschen hat. Betört, verstörend, erhaben. Mythenforschung, Ethnologie und Musik werden miteinander verbunden, damit sich eine verschüttete Seelendimension neu erschließt. Kunst & Kultur 3/2000, Udo Feist

5) Die fremdartige, doch ungemein faszinierende, irgendwie an eine Geheimsprache sibirischer Schamanen erinnernde Sprache der Texte findet ihre musikalische Entsprechung in den mystischen Streicherklängen des Ensembles Opus Posth. und dem Folkensembe D. Pokrovsky, die gemeinsam ein unnachahmliches, archaisch anmutendes Gesamtkunstwerk voller ritueller und magischer Bedeutungen geschaffen haben. Zillo, April 2000, Dirk Hoffmann

6) Prisma: Zeitgenössische Musik in Neuaufnahmen Sendung: BR 4, 3.6.2000, 18.00-19.45 Uhr Autor: Max Nyffeler "...Er machte daraus eine vor Kraft berstende Komposition mit starren Repetitionsmustern und holzschnittartigen Konturen, in der die folkloristischen Wurzeln offen zutage liegen, wie einst beim Strawinsky des "Renard" und von "Les Noces".

7) Der rituell-archaische Charkter der Musik ist unverkennbar und, ebenso wie der märchenhaft-surreale Inhalt, dank der vitalen Vokalkünste des Pokrovsky-Ensembles mit großer Authentizität vermittelt. Fono Forum 7/00

8) ...lassen uns unter Tatjanas Energie geladener Führung in Martynovs urtümlich-moderne Kulturen und Zeiten auflösende Klangräume eintauchen - wenn wir alle Widerstände abschaltend treiben lassen. Hören Sie die Aufnahme wieder und wieder. Scala 6/2000 Autor: Wolfgang Wendel

9) "Martynovs hymnische oder meditative Musikstücke reproduzieren christliche und buddhistische Sakralgesänge und klingen wie geistige Orientierungsversuche in einer sprituell entleerten Welt." (FAZ 19.2.2004 Kerstin Holm)

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