Im Sinne ihrer sich fortschreibenden Produktionsserie - "Archiv Deutschland" -, geht es bei ARBEIT immer um das Lied (Volkslied, Kunstlied, Arbeiterlied, Brecht/Eisler...), die Arbeit am Lied, die Bearbeitung, die Interpretation, das wieder hörbar, wieder singbar machen von vorhandenem und auch verschüttet gegangenem Text- und Musikmaterial. Mit Humor und Experimentierfreudigkeit, nicht denunzierend, aber auch nicht anheimelnd, wandelt ARBEIT spielerisch auf schmalem Grat durch eine historisch ambivalent besetzte deutsche Sprach- und Musiklandschaft.
FASSBINDER RABEN ist nun die fünfte CD-Veröffentlichung seit 1998 in Koproduktion mit dem Deutschlandradio Köln.
Oliver Augst und Marcel Daemgen haben eine Anzahl wunderschöner bis kitschiger, schräger und weitgehend unbekannter Songs von Peer Raben ausgegraben, einige bisher unveröffentlicht. Peer Raben ist 2007 gestorben. Es gibt bisher noch keine umfassende musikalische Würdigung/Aufarbeitung, ganz zu schweigen vom Herausstellen der Bedeutung, die er für das Schaffen von Fassbinders Werk hatte. Ganz nach Hanns Eislers Motto "Wer nur etwas von Musik versteht, der versteht auch davon nichts." war Raben nicht nur Komponist, sondern auch Texter, Schauspieler, Kostümbildner usf.
Peer Raben wurde noch einmal einem Weltpublikum präsent, als er 2004 für Wong Kar-Wais Film „2046“ die Filmmusik komponierte.
ARBEIT FASSBINDER RABEN bewegt sich in einer ungewöhnlichen Genre-Kombination:
Chanson, experimentelle Musik, Elektronik
ELEKTROLIED = Pop als Behauptung/Utopie
Live Besetzung:
Oliver Augst (Stimme)
Marcel Daemgen (Keyboard, Sampling, Arrangements)
Bernhard Reiß (Drums)
ARBEIT FASSBINDER RABEN
- live: Premiere 8.-10.4. Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt; 13.4. Sophiensaele Berlin, 14.4. Schaubühne Leipzig
19.5. Gare du Nord Basel, 20.5. Dampfzentrale Bern, 22.5. Theaterhaus Gessnerallee Zürich
- On Air: 2stündiges Radiofeature im Deutschlandfunk, 27.4.2010
Backkatalog auf CCn’C
04607 Brecht Eisler
04606 An den deutschen Mond
04608 Marx
04609 Jugend