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MARTYNOV,VLADIMIR/PELECIS,GEORGS

CORRESPONDENCE
Interpret: MARTYNOV,VLADIMIR/PELECIS,GEORGS
Titel: CORRESPONDENCE
Artikelnr: 04615
Format: Nur Download
Genre: Zeitgenössische Musik
Label: CCn'C RECORDS
VÖ-Jahr: 2009

TRACKLISTE
1) 
PELECIS TO MARTINOV - FIRST LETTER (PELECIS,GEORGS) 0:51
2) 
MARTYNOV TO PELECIS - FIRST REPLY (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:55
3) 
PELECIS TO MARTINOV - SECOND LETTER (PELECIS,GEORGS) 0:34
4) 
MARTYNOV TO PELECIS - SECOND REPLY (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:17
5) 
PELECIS TO MARTINOV - THIRD LETTER (PELECIS,GEORGS) 0:33
6) 
MARTYNOV TO PELECIS - THIRD REPLY (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:11
7) 
PELECIS TO MARTINOV - FOURTH LETTER (PELECIS,GEORGS) 5:44
8) 
MARTYNOV TO PELECIS - FOURTH REPLY (MARTYNOV,VLADIMIR) 6:20
9) 
PELECIS TO MARTINOV - FIFTH LETTER (PELECIS,GEORGS) 11:08
10) 
MARTYNOV TO PELECIS - FIFTH REPLY (MARTYNOV,VLADIMIR) 16:53
11) 
POSTSCRIPTUM (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:59
12) 
POSTPOSTSCRIPTUM (MARTYNOV,VLADIMIR) 1:30
13) 
POSTPOSTPOSTSCRIPTUM (PELECIS,GEORGS) 1:33
14) 
POSTPOSTPOSTPOSTSCRIPTUM (MARTYNOV,VLADIMIR) 7:50
Total time 59:19

"Correspondence", ein brieflicher sowie musikalischer "Schlagabtausch" begann am 3.12.1984 mit einem Schreiben Pelecis aus Riga an Martynov in Moskau: "Ich saß in einem Bus nach Salacgriva, hörte die Musik aus dem Radio, schlief ein und wähnte mich in einer russisch-orthodoxen Kathedrale. Eine Menge Muskoviten waren um uns herum, einige liefen umher wie in einem Ritual, standen oder saßen wie Du und ich. Es war wie eine ekstatische Zeremonie. Was mich am meisten fesselte war die Musik. Dieser wunderschöne endlose Strom sich nie wiederholender Melodien und Klänge traf mein Innerstes. Wenngleich sich verschiedenste Musikstile mischten, blieb die Gesamtstimmung gleich. Die spirituelle künstlerische Vibration war so stark, daß sich Kategorisierungen auflösten, wobei auch, und daran erinnere ich mich ganz besonders, nichts auf eine Ästhetisierung von Avantgarde und Neuer Musik hinlenkte.
Ich beginne zu glauben, daß triadische Musik mehr als nur ein musikgeschichtlicher Abschnitt in der Entwicklung der Kunst ist. Hört Musik nicht da auf Musik zu sein, wo die Freude an triadischer Musik versiegt? Und haucht man nicht allerorten den Dreiklangsharmonien neues Leben oder etwas Adäquates ein? Diese Gedanken haben mich mehr verwirrt als inspiriert. Ich weiß, es muss möglich sein, aufgrund unserer über Jahrtausende entwickelten Hörgewohnheiten auch heute noch einen inneren Frieden zu erfahren wie ihn die Menschen in archaischen Zeiten erfahren haben. Es ist der endlose Strom eine Klanges, der ohne Wiederholungen, ohne kompositorische Strukturen und ohne großartige technische Finessen auskommt. Der ausschließlich basiert auf eine spirituell-künstlerische Homogenität zwischen den Ausführenden und den Zuhörenden, trotz ihres heterogenen Umfeldes. Das ist das, was ich wähnte. Aber die Fragen blieben, z.B. : Welche Veränderung erfährt das Klangmaterial, damit es sich so tief in unsere Seele bohrt?
Vorige Tage habe ich mich nachts in meiner Einsamkeit ans Klavier gesetzt und einfach gespielt und gesungen, gleichzeitig ein wenig Schumann tief im Inneren hörend. Ich möchte diesen Ausdruck des Gefühls mit Dir teilen und schicke Dir deshalb diese Musik. Augenscheinlich macht es keinen Sinn, es an die grosse Glocke zu hängen, schon gar nicht an die der Komponistengilde. Betrachte es einfach als "Grüsse aus Riga" und schreibe mir zurück.".
Vladimir Martynov schrieb nicht nur zurück, sondern ließ sich auf die musikalische Korrespondenz ein und tauschte sich mit Georgs Pelecis über viele Jahre aus. Das Ergebnis haben beide auf zwei hervorragenden Steinway Flügeln am 21. Mai 2002 im Tschaikowsky Konzertsaal in Moskau aufgenommen.

DISCOGRAPHIE
Veröffentlichungen